Sebastiani Fest

Jedes Jahr zum Fest des Heiligen Sebastian am 20. Januar tritt Oberschwarzachs Bürgerwehr in Gehrock und Zylinder an. Mit Hellebarden, Äxten, Holzgewehren und Säbeln bewaffnet, geleiten die Männer der Bürgerwehr traditionell am Morgen den Ortsgeistlichen sowie den Hauptzelebranten des Gottesdienstes in die Kirche. Im Anschluss ziehen die  Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und der Steigerwaldkapelle Oberschwarzach durch Straßen der Marktgemeine.

 

Diese Tradition geht zurück auf das Jahr 1611. Zu dieser Zeit starben an manchen Tagen acht bis zehn Personen in der Marktgemeinde an den Folgen der Pest. Die Oberschwarzacher legten das Gelöbnis ab, künftig den Festtag des Pestheiligen St. Sebastian am 20. Januar zu feiern, wenn die Pest den Ort verschont. Nach diesem Schwur kam es in den letzten Wochen des Jahres nur  noch zu 30 - 40 Todesfällen und  bis zum Sebastiani-Tag wohl zu keinen weiteren.

 

Gedenktag katholisch: 20. Januar

Gedenktag evangelisch: 20. Januar

Gedenktag orthodox: 24. Oktober 

 

Der Legende nach war Sebastian Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians. Er bekehrte zahlreiche Römer zum christlichen Glauben. Als Kaiser Diokletian von Sebastians Glauben erfuhr, ließ er diesen an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde für tot gehalten und am Hinrichtungsort liegen gelassen. Die Witwe des Märtyrers Castulus pflegte ihn wieder gesund. Danach trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen und hielt ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vor. Daraufhin ließ ihn Diokletian ließ zu Tode peitschen und die Leiche in die "cloaca maxima" werfen. Sebastian erschien Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn.

 

"Sebastianspfeile" trug man früher als Schutz gegen die Pest - die "anfliegende Krankheit". 

 

Patron von Selm in Westfalen, Beckum im Münsterland, Stein am Kocher; der Brunnen; der Sterbenden, Bogen- und Armbrust- Schützen, Schützengilden, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisengießer, Zinngießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Töpfer, Bürstenbinder und Leichenträger; gegen Pest und Seuchen; modern bei Homosexuellen: gegen Aids

 

Weitere Informationen und Bilder der letzten Sebastiani Feste finden Sie hier: http://www.walkie.de/Sebastiani/index.html