Die Geschichte der Marktgemeinde Oberschwarzach

Einen Überblick über die Marktgemeinde gibt die historische  Landkarte von 1755 .

Die Geschichte Oberschwarzachs ist eng verknüpft mit der Geschichte der naheliegenden Burg Stollberg. 

 

1151

Erste urkundliche Erwähnung "Curia Swarza".
Ein Castrum Stolberg wird im Zusammenhang mit Schenkungen an das Kloster Ebrach genannt. Besitzer der Burg waren staufische Ministerialen, die von den Würzburger Landesherren, den Fürstbischöfen, nicht wohlgelitten waren.

1236

Ludwig von Stolberg, der Herrscher auf der Burg, wurde während einer Fehde mit Bischof Hermann von Lobdeburg von Würzburger Reitern erschlagen. Der Bischof überläßt dem Sohn Ludwig von Stolberg die Burg als Würzburger Lehen.

1372

Die Burg fällt an das Würzburger Hochstift zurück und wird Sitz des Würzburger Oberamtes.

1525

Zerstörung der Burg durch aufständische Bauern aus Oberschwarzach.

1575

Sitz des Oberamtes wird Oberschwarzach.
Fürstbischof Julius Echter kauft das Schloßgut der Truchsesse von Henneberg, um an Stelle des adligen Schlosses ein neues Amtshaus zu errichten - das heute noch gut erhaltene und bewohnte Renaissanceschloß.

1611

Die Pest wütet in Oberschwarzach. 158 Einwohner werden im ganzen Jahr von der Seuche heimgeholt.

1614

Die Inschrifttafel in der Pfarrkirche Peter und Paul verweist auf den Fürtbischof Julius Echter als Bauherrn. Die äußere Gestalt der Kirche ist ein Werk der Echterzeit:
der spitze Turm mit der Echterhaube, die Maßwerkfenster im Chor und die Inschrifttafel am Langhaus. Die Gründung der Kirche liegt jedoch bereits im 11. Jahrhundert.  

1621

Eine bischöfliche Münzstätte befindet sich in Oberschwarzach. Drei Münzsorten wurden geprägt: Dreikreuzerstücke, Dreibätzner und Sechsbätzner.

1723

Letzte Hinrichtung in Oberschwarzach.
Eine Kindsmörderin wird im Schloßhof mit dem Schwert enthauptet.

Der 7- jährige Krieg

Oberschwarzach wird von preußischen Truppen besetzt.

1942

Der von 1934 bis zu seiner Verhaftung 1941 amtierende Pfarrer Georg Häfner stirbt im Konzentrationslager Dachau.

1963

Neubau eines Pfarrheimes mit Kindergarten, Jugendräumen und Bücher-reizimmer.

1967/68

Neubau der Georg-Häfner-Verbandschule.

 

Erläuterung des Ortsnamens:

Der historische Name des Ortes lautet: Schwarzach unter der Burg - sub castro Stolberg.
In mittelalterlichen Urkunden wird eine "Curia Swarza" genannt, also ein Hofgut, benannt nach dem unweit entspringenden Bächlein Schwarzach.

Der Name könnte als schwarzes Meer oder schwarzer Bach gedeutet werden, wobei sicher nicht gemeint war, dass schwarzes Wasser im Bach floss, sondern, dass sich das Wasser auf dunklem Bachgrunde zu Tale schlängelte.

Die Beifügung "Ober" wird dem ursprünglichen Ortsnamen vorangestellt worden sein, um eine Verwechslung der nahgelegenen Dörfer und Städten Schwarzach, Münsterschwarzach und Stadelschwarzach zu vermeiden und um die Lage des Ortes zu lokalisieren: Der Ort am Oberlauf der Schwarzach.

 

Die Beifügung "Markt" hat folgende Bedeutung:

Oberschwarzach war für viele Steigerwaldgemeinden kirchlicher Mittelpunkt und somit auch "Einkaufsmarkt". Im Laufe der Zeit bekam der Ort das Recht vier Jahrmärkte abzuhalten. Zusätzlich durften vier Viehmärkte und ein Häfnermarkt stattfinden.